Was ist Agroforstwirtschaft ?
Agroforstwirtschaft ist eine Form der Landnutzung, in der Bäume oder Sträucher auf derselben Fläche angepflanzt werden, auf der auch einjährige landwirtschaftliche Nutzpflanzen angebaut werden. Es handelt sich um Mischkulturen, die folgende Bedingungen erfüllen: es sind mindestens zwei Pflanzenarten beteiligt, die biologisch interagieren. mindestens eine der Pflanzenarten ist eine mehrjährige verholzende Pflanze und mindestens eine der Pflanzenarten wird als Futter- oder Nahrungspflanze genutzt (Somarriba, 1992). Agroforstwirtschaft als traditionelle, lokal angepasste Wirtschaftsweise wird weltweit seit Jahrtausenden praktiziert. In den Tropen ist die Vielfalt der Systeme besonders groß (Byington, 1991). Doch auch in Europa gab es eine ganze Reihe traditioneller Formen der Agroforstwirtschaft. Insbesondere in Franken wurden bis 1990 noch die sogenannten Streuobstäcker bewirtschaftet. Dabei handelte es sich um traditionelle Kombinationen von Obstbäumen mit Feldfrüchten (meist Kartoffeln). Die fast ausnahmslos subsistenzwirtschaftlich betriebenen Streuobstäcker wurden mit der Einführung von Stillegungsprämien stillgelegt. Neuere Forschungen in Großbritannien, Frankreich und Italien zeigen, dass agroforstliche Anbauformen jedoch auch so konzipiert werden können, dass sie zu einer Extensivierung der Landwirtschaft beitragen und sich gleichzeitig unter den gegebenen Bedingungen und Förderpraktiken ökonomisch verifizieren lassen.
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