Agroforstsystem am Schaalsee


Neben den ökologischen und ökonomischen Aspekte der Agroforstsysteme sind die sozialen Aspekte der Agroforstwirtschaft an sich von entscheidender Bedeutung hinsichtlich der Ziele einer nachhaltigen europäischen Agrarwirtschaft. Im Prozess der Nachhaltigkeit, der erst wenn er sich über mehrere Generationen erstreckt seine Wirkung entfalten wird, ist ein generationenübergreifendes Denken, Handeln und Wirtschaften notwendig. Bezogen auf die Landbewirtschaftung bedeutet dies heute bereit Landnutzungssysteme aufzubauen, von denen vielleicht erst die kommenden Generationen wirklich profitieren können. Die Agroforstwirtschaft generiert einen solchen Generationsübergreifenden Ansatz insbesondere dann, wenn das System als ein dynamisierendes System verstanden wird. Es ermöglicht aber bereits, bei entsprechender Planung, für die erste Generation eine soziale Stabilisierung durch die Diversifizierung des Einkommens der Bauern. Hier sind verschiedene Ansätze vorstellbar, die von der Fruchtnutzung bis hin zur Entwicklung neuer Produkte reichen. Die Einkommensdiversifizierung wird für die nahe Zukunft ein wesentliches Argument für die Konkurrenzfähigkeit insbesondere der kleinen und mittleren bäuerlichen Betriebe sein und führt mittelfristig auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum.
Agroforstwirtschaft bietet eine neue landschaftsästhetische Perspektive. Das Einbringen von Bäumen in Agrarlandschaften ermöglicht es diese Flächen auch wieder für den Bereich der Naherholung attraktiver zu machen. Das stärkt nicht nur die Akzeptanz der agrarischen Landnutzung in der Gesellschaft, sondern öffnet auch die Möglichkeit der Partizipation einer breiteren Bevölkerungsschicht am Landnutzungsprozess. Partizipation an Landnutzungsprozessen ist ein wesentlicher Bestandteil der erfolgreichen Umweltbildung der Bevölkerung und führt zu einem besseren Verständnis der ökologischen Notwendigkeiten und damit auch zu einer höheren und aktiven Akzeptanz von Naturschutzbelangen. Insofern muss die Agroforstwirtschaft auch in ihrer Brückenfunktion zwischen Naturschutz, Umweltbildung und Landwirtschaft und in deren Potentiale zur Konfliktbewältigung richtig bewertet werden.

Agroforstanlage am Schaalsee

Agroforstanlage am Schaalsee 2004

Mit der Agroforstanlage in Groß Zecher (Schleswig-Holstein) die FINIS e.V. in Zusammenarbeit mit der Landwirtin. v. Witzendorff im Rahmen des SAFE – Projektes im Jahr 2003 anlegte wurden auch die sozialpolitischen und sozialästhetischen Aspekte der Agroforstwirtschaft reflektiert. (LR berichtete: Heft 01/Jahrgang 55, 01/02.2004). Die sozialen, ästhetischen, ökologischen und ökonomischen Gestaltungsmöglichkeiten der landwirtschaftlichen Betriebe durch die Agroforstwirtschaft sind umfangreich und lassen viel Spielraum für Kreativität und regionalen Bezug in einer Welt geprägt von globaler Konkurrenz. Die Aufnahme der Agroforstwirtschaft in die Regulierung der europäischen Förderpolitik lässt auf eine neue Zukunftsfähigkeit der europäischen Agroforstwirtschaft hoffen und stellt gleichermaßen eine neue Herausforderung der Gemeinsamen Agrarpolitik des Bundes und der Länder in Deutschland dar.

Erfahren Sie mehr über das Agroforstsystem am Schaalsee / Groß Zecher unter den folgenden Links:

  1. Das Biosphärenreservat Schaalsee
  2. Naturpark Lauenburgische Seen
  3. Gut Groß Zecher
  4. Konzept des Projektes am Schaalsee

Spenden Sie jetzt für die Agroforst Bürgerstiftung


Translator

Anzeigen

Agroforst, Agroforstwirtschaft, Baumbeschreibungen, Bäume, Gründüngung, Hecken, Pflanzen, Agroforstprojekt am Schaalsee, Agroforstprojekt in Berlin, Agroforstprojekt Schönwalde