Ökologische Diversifizierung der Agrarlandschaft

Durch das Einbringen eines durchschnittlichen Baumbestandes von 150 Bäumen pro Hektar Agrarfläche soll die Biodiversität auf der Agrarfläche erhöht werden. Dies geschieht zum einen durch die unterschiedlichen Baumarten selbst, zum anderen durch die mit den Bäumen im Zusammenhang stehenden Synergieeffekte. Es werden Insekten, Bienen, Vögel ein Habitat durch die Bäume finden. Eine Untersaat der Baumstreifen aus einem Kleegemenge dient ebenfalls als Habitat für Insekten und darüber hinaus als Futterpflanzen für Wild, wie Rehe und Hasen. Es entstehen also mit den Baumstreifen gleichzeitig mindestens 2m breite Blühstreifen auf der Ackerfläche.
Aus einer Feuchtsenke soll im Rahmen der Umgestaltung der Fläche ein ca. 3800 m² großes Feuchtbiotop entwickelt werden. Das ökologische System profitiert außerdem durch ein verbessertes Mikroklima auf der Agrarfläche, das sich durch den Baumbestand einstellt. Es wird das Austrocknen des Oberbodens verhindert und die Bodentemperatur stabilisiert. Die Bäume tragen zu einer stärkeren Durchwurzelung der tiefen Bodenschichten bei, wirken regulierend auf den Wasserhaushalt des Unter- und Oberbodens und stellen Nährstoffe zur Verfügung (insbesondere über das Laub), die für die einjährigen Kulturpflanzen nicht erreicht oder aufgespaltet werden können. Das Wurzelwerk der Gehölze führt zu einer verbesserten Durchlüftung des Bodens und es kann ein erhöhter Humusumsatz im Oberboden erreicht sowie die Durchlässigkeit verbessert werden.
Sowohl in den Bodenschichten als auch in der Biosphäre führt die Verbindung von Gehölzen mit einjährigen Kulturpflanzen zu einem nachweislich stabileren ökologischen System, welches weniger anfällig gegen temporäre extreme Klimawerte ist als eine Monokultur. Durch das Einbringen von Gehölzen werden neben der höheren Biomasseproduktion auf der Fläche auch genetische Ressourcen eingebracht und gesichert und so ein Beitrag zur genetischen Vielfalt von Agrarlandschaften geleistet.
Für das im Deutschland-Vergleich waldärmste Bundesland Schleswig-Holstein ist auch der höhere Kohlendioxidumsatz der Bäume von großer Bedeutung. Ein Agroforstsystem setzt ca. 8-mal mehr Kohlendioxid pro Flächeneinheit um als ein monokulturelles System.


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