Agroforstsystem im Ökolandbau zur Energieholzgewinnung – neues Forschungsprojekt in Bayern

Die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ist dabei besonders für den ökologischen Landbau ein wichtiges Ziel. Gleichzeitig muss jedoch das Spannungsfeld zwischen Nahrungsmittelproduktion und Energiegewinnung auf den landwirtschaftlichen Produktionsstandorten beachtet werden. Eine Bewirtschaftung nach dem Prinzip der Agroforstwirtschaft bietet hier die Möglichkeit mehrere Nutzungsformen auf derselben Fläche miteinander zu kombinieren.   
Im April 2009 startete in Bayern das vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) geförderte Forschungsvorhaben "Entwicklung und Erprobung eines Agroforstsystems im ökologischen Landbau zur Energieholzgewinnung". Das Projekt wird von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und der Landesanstalt für Wald und Forst (LWF) gemeinsam durchgeführt. Versuchsstandorte sind der "Biolandhof Braun" in Pulling sowie die LfL-Versuchsstation "Neuhof" bei Kaisheim, Lkr. Donau-Ries. 

Welche Erträge und Qualitäten liefern die landwirtschaftlichen Feldfrüchte in einem Agroforstsystem im Vergleich zur herkömmlichen Bewirtschaftung ohne Bäume auf dem Acker? Dies ist eine der zentralen Fragen des Forschungsprojektes. Es wird eine positive Wirkung von regelmäßig beernteten Baumstreifen auf den Ertrag der dazwischen liegenden landwirtschaftlichen Kulturen vermutet. Dazu liegen jedoch noch keine Untersuchungen unter bayerischen Standortbedingungen vor.

Lässt sich mit einem Agroforstsystem die gesamte Biomasseerzeugung je Flächeneinheit nachhaltig erhöhen? Die Klärung dieser Frage ist ein weiteres wichtiges Anliegen des Projektes. Zudem soll die Frage nach der Anbaumöglichkeit schnellwachsender Baumarten im Hinblick auf die Vorgaben des Ökolandbaues beantwortet werden. In diesem Teil des Projekts werden heimische, zu Stockausschlag fähige Baumarten wie Schwarzerle, Grauerle und Esche, mit den im konventionellen Energiewaldanbau üblichen Hybridpappeln verglichen. Zudem werden verschiedene Untersaaten zur Beikrautregulierung getestet. Dies ist notwendig, da im ökologischen Landbau der Einsatz von Herbiziden nicht gestattet ist. Die Ergebnisse werden in die land- und forstwirtschaftliche Beratung einfließen. Sie sind grundsätzlich auch für die konventionelle Landwirtschaft nutzbar.

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