Integriertes Land- und Wasserressourcen Management (IWRM) durch Anwendung der Geoinformatik für die Region Cerrado, Brasilien





Integriertes Land- und Wasserressourcen Management (IWRM) durch Anwendung der Geoinformatik für die Region Cerrado, Brasilien

Förderkennzeichen: BRA 10/J25

Projektlaufzeit: 01.08.10 – 31.12.10

Projektpartner Deutschland:

07743 Jena

Ausländischer Projektpartner:

73310-970 Brasilia

Redaktion: 02.09.10

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MOE Regionen zwischen Zentralisierung und Peripherisierung – Neue Ansätze für eine innovative Kohäsionspolitik: Vorbereitung eines EU-Projektes zur Antragstellung im 7. FRP ("Cooperation





MOE Regionen zwischen Zentralisierung und Peripherisierung – Neue Ansätze für eine innovative Kohäsionspolitik: Vorbereitung eines EU-Projektes zur Antragstellung im 7. FRP (“Cooperation-SSH”).

Förderkennzeichen: MOE 10/R03

Projektlaufzeit: 01.06.10 – 31.01.11

Projektpartner Deutschland:

04329 Leipzig

Ausländischer Projektpartner:

81245 Bratislava

Redaktion: 02.09.10

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Agroforstsystem im Ökolandbau zur Energieholzgewinnung – neues Forschungsprojekt in Bayern

Die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ist dabei besonders für den ökologischen Landbau ein wichtiges Ziel. Gleichzeitig muss jedoch das Spannungsfeld zwischen Nahrungsmittelproduktion und Energiegewinnung auf den landwirtschaftlichen Produktionsstandorten beachtet werden. Eine Bewirtschaftung nach dem Prinzip der Agroforstwirtschaft bietet hier die Möglichkeit mehrere Nutzungsformen auf derselben Fläche miteinander zu kombinieren.   
Im April 2009 startete in Bayern das vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) geförderte Forschungsvorhaben "Entwicklung und Erprobung eines Agroforstsystems im ökologischen Landbau zur Energieholzgewinnung". Das Projekt wird von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und der Landesanstalt für Wald und Forst (LWF) gemeinsam durchgeführt. Versuchsstandorte sind der "Biolandhof Braun" in Pulling sowie die LfL-Versuchsstation "Neuhof" bei Kaisheim, Lkr. Donau-Ries. 

Welche Erträge und Qualitäten liefern die landwirtschaftlichen Feldfrüchte in einem Agroforstsystem im Vergleich zur herkömmlichen Bewirtschaftung ohne Bäume auf dem Acker? Dies ist eine der zentralen Fragen des Forschungsprojektes. Es wird eine positive Wirkung von regelmäßig beernteten Baumstreifen auf den Ertrag der dazwischen liegenden landwirtschaftlichen Kulturen vermutet. Dazu liegen jedoch noch keine Untersuchungen unter bayerischen Standortbedingungen vor.

Lässt sich mit einem Agroforstsystem die gesamte Biomasseerzeugung je Flächeneinheit nachhaltig erhöhen? Die Klärung dieser Frage ist ein weiteres wichtiges Anliegen des Projektes. Zudem soll die Frage nach der Anbaumöglichkeit schnellwachsender Baumarten im Hinblick auf die Vorgaben des Ökolandbaues beantwortet werden. In diesem Teil des Projekts werden heimische, zu Stockausschlag fähige Baumarten wie Schwarzerle, Grauerle und Esche, mit den im konventionellen Energiewaldanbau üblichen Hybridpappeln verglichen. Zudem werden verschiedene Untersaaten zur Beikrautregulierung getestet. Dies ist notwendig, da im ökologischen Landbau der Einsatz von Herbiziden nicht gestattet ist. Die Ergebnisse werden in die land- und forstwirtschaftliche Beratung einfließen. Sie sind grundsätzlich auch für die konventionelle Landwirtschaft nutzbar.

Kunst allein reicht nicht mehr!

Für mehr Bereitschaft auch zur sozialen Verantwortung in der Kulturpolitik plädiert Kurt Eichler, Vorsitzender des Fonds Soziokultur.

Kann die Kulturpolitik soziale Verantwortung wahrnehmen? 2010, im Europäischen Jahr des Kampfes gegen Armut und soziale Ausgrenzung, gewinnt diese Frage eine besondere Aktualität. Dass Kunst und Kultur eine aktive gesellschaftliche Funktion haben, ist spätestens seit den 70er Jahren mit der Formulierung einer neuen Kulturpolitik und ihren Konzepten einer „Kultur für alle“ Gemeingut. Seitdem hat sich der Kanon der kulturellen Einrichtungen und Angebote differenziert und vervielfacht; die Entstehung der soziokulturellen Szene mit ihren Initiativen und Projekten hat Stadtteile und Zielgruppen als Adressaten künstlerischer Arbeit erschlossen und die aktive Teilhabe der Bürger am kulturellen Leben ermöglicht. Institutionen wie Theater und Museen haben sich geöffnet, durch kulturpädagogische Programme insbesondere junge Menschen erfolgreich angesprochen, auch wenn sie einen Verlust ihres traditionellen Publikums zu beklagen haben. Dennoch ist zu konstatieren, daß auch nach 40 Jahren neuer Kulturpolitik der „kleine Kreis der Kenner“ nicht wesentlich erweitert werden konnte und das kulturelle Kernpublikum immer noch nur 5 und 10 % der Bevölkerung ausmacht. Zudem markieren sozialer Habitus und kulturelle Symbolik die „feinen Unterschiede“, durch die sich diese kulturelle Klasse vom Rest der Welt abhebt. Soziale Distinktion geht mit kultureller Ausgrenzung einher.

Trotz früher Versuche ist es nicht gelungen, die sozial schwächeren Bevölkerungsschichten in das kulturelle Leben einzubeziehen. Und dies ist – entgegen landläufiger Meinung – eben nicht nur dem Zusammenhang zwischen Bildungs- und Sozialstatus geschuldet. Rund zwei Drittel der Bevölkerung sind gar nicht im Fokus der kulturellen Institutionen und der Kulturpolitik, noch nicht einmal als potentielle Kulturnutzer. Die Zugangsbarrieren stellen nicht nur Bildung, Mobilität und soziales Umfeld dar. Umfragen der letzten Zeit belegen die zunehmend restriktive Wirkung steigender Eintrittsgelder für Kulturveranstaltungen. Wer auf den Preisaushängen z.B. der Theater- und Konzerthäuser an erster Stelle Beträge von 50 Euro und mehr wahrnimmt und selbst die niedrigsten Gebühren mittlerweile das Mehrfache der vielfach zitierten Kinokarte erreichen können, steigt in das Kulturleben gar nicht erst ein. Für die wirtschaftlich schwachen Bevölkerungsgruppen erscheinen andere Optionen anziehender, unterhaltsamer, sozial verlässlicher und – finanziell günstiger.

Hang zur Dinstinktion

Es wäre zu fragen, ob nicht sogar der Kulturbetrieb selbst unbewusst dem Hang zur Distinktion folgt, indem er immer neue Hypes und ästhetische Stilisierungen inszeniert, die nur noch von denjenigen verstanden werden, die die Codes entschlüsseln können. Alltags- und soziokulturelle Zugänge zur Kunst haben es angesichts dieses Erfindungsreichtums immer schwerer, sich mit „Events“ im Kampf um Fördermittel zu behaupten. Die Kommunen, auf die diese Breitenkultur überwiegend angewiesen ist, leiden unter der Finanzkrise. Ihre Sparlogik trifft oft die Angebote, die den Durchschnitt der Bevölkerung erreichen können. Der Rückzug aus der Fläche, die Reduzierung von niederschwelligen Angeboten, die Konzentration auf die „Hochkultur“ erzeugt einen Verlust an sozialer Breitenwirkung und Empathie auf Seiten der Kulturmacher.

Diese „kulturelle Vernachlässigung“ wird vielleicht weniger von den ärmsten Schichten selbst, aber durchaus von der wirtschaftlich bedrohten Mittelschicht wahrgenommen, die ja immerhin zum Kreis der potentiellen Kulturnutzer gehören. Angesichts ihres nicht eingelösten Versprechens, alle Menschen erreichen zu wollen, schwindet die gesellschaftliche Legitimation der Kulturpolitik – soweit der der Befund. Doch was ist zu tun?

  • Brauchen wir dauerhafte Partnerschaften zwischen Kulturinstitutionen und Arbeitswelt, Bildung, Sozialem und Jugendhilfe?
  • Brauchen wir mehr kulturelle Grundversorgung auf Kosten der Hoch- und Eventkultur?
  • Brauchen wir den massiven Ausbau breitenkultureller Programme in den Kultureinrichtungen selbst?
  • Brauchen wir eine konsequente Dezentralisierung der kulturellen Angebote und Dienstleitungen, um möglichst nah bei den Menschen und ihrer sozialen Umgebung zu sein?
  • Brauchen wir Kulturfördersysteme, die finanzielle Gratifikationen an messbare sozial-kulturelle Maßnahmen und Erfolge binden?

Dies mögen für Künstler und Kulturmacher provokative Fragestellungen sein, aber der Verweis auf die Autonomie der Kunst ist nur noch bedingt mehrheitsfähig. Kulturpolitik muss aktiv soziale Verantwortung übernehmen – eine soziale Funktion kam ihr sowieso schon immer zu. Denn Armut ist zwar primär ein materielles Problem, aber nicht ausschließlich. Die Frage kann nicht lauten: Kultur oder Armutsprävention, sondern vielmehr: Wie kann die Kultur – ebenso wie andere Politikfelder – ihren sozialen Auftrag (wieder) erfüllen?

Kurt Eichler ist Vorsitzender des Fonds Soziokultur und im Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft. Sein Beitrag erscheint demnächst in Heft 6 (Juni) von DEMO. die Monatszeitschrift für Kommunalpolitik. Die Ausgabe ist ab dem 3. Juni erhältlich. Mehr zu DEMO

Kunst im Agenda 21 Prozeß

Vermächtnis der Kunst im Nachhaltigkeitsprozeß

Seit Mitte der sechziger Jahre hat sich die Kunst zunehmend mit umweltpolitischen und umweltästhetischen Themen und Fragestellungen auseinandergesetzt. Daraus etablierte sich eine neue Kunstrichtung, die heute unter dem Namen „ökologische Ästhetik“ rund um den Globus nachhaltige ökologische und soziale Projekte initiiert. Die künstlerisch – ästhetischen Lösungen für soziale und ökologische Fragestellungen (wie z.B. Regeneration von Tagebau, Umnutzung von Industrieanlagen, Wiederbelebung ländlicher Räume etc.), die im Sinne der Ökologischen Ästhetik herbeigeführt werden konnten, erwiesen sich nicht nur als umweltgerecht, nachhaltig und synergetisch, sondern insbesondere auch als deutlich ökonomischer, als es deren technische Vorschläge hätten jemals sein können. Es ist vor allem dieser ökonomische Aspekt, weshalb die Industrie auch in Deutschland zunehmend Künstler mit Problemlösungen beauftragt.

Was ist aber das eigentliche Vermächtnis der Kunst?

Es ist das Refugium des Unbekannten, zu dem sich die Kunst hingeneigt fühlt. Die Freude daran, etwas neues zu entdecken, das sich außerhalb des bekannten Horizontes befindet. Es ist aber auch die Offenheit, der ihr eigene interdisziplinäre Charakter, das Dazwischenstehen. Das weite Feld der Kunst ist die Wahrnehmung, das nicht Bekannte haptisch in Erfahrung zu bringen, nicht nur aufmerksam zu machen, sondern darüber hinaus zu sensibilisieren, die Sinne zu schärfen, zu täuschen und gleichzeitig zu enttäuschen. Dabei entsteht Bewußtsein, genauer: ökologisches Bewußtsein, denn es werden Zusammenhänge ganzheitlich wahrgenommen. Von dieser Erfahrung durch Täuschung und Enttäuschung zur Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit ist der Weg bis hin zur Entdeckung eigener kreativer Potentiale nicht mehr weit.

Die verschütteten kreativen Optionen in der Bevölkerung wachzurufen, sie zu sensibilisieren und für den Nachhaltigkeitsprozeß zu aktivieren, ist der wesentliche Aspekt der Ökologischen Ästhetik.

Kunst auf dem Feld der Ökologischen Ästhetik hat eine starke sozialpolitische Komponente. Ihre eigentliche Kraft liegt in der Vermittlung unterschiedlicher Interessen. Sie führt die Fäden auf einen ästhetischen Punkt zusammen, in dem sich das Konfliktpotential minimiert. Die integrative Wirkung der Ästhetik nivelliert dabei nichts, sondern gibt den Konfliktparteien lediglich die Möglichkeit einen Standpunkt jenseits dessen einzunehmen, was sie für gültig zu halten vermeinen. Es entsteht ein Dazwischen, ein interdisziplinärer Raum. Und aus ihm heraus springt, wenngleich nur für einen Augenblick etwas bislang Nicht – Bekanntes. Es ist ein blitzartiges Ereignis, das niemals vergessen werden kann, gerade weil es so kurz war. Das Denken und Handeln begibt sich auf den Weg der Veränderung.

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