Agropark ist ein Webportal für die Bereiche Agroforst, Nachhaltigkeit, Kunst, Land- und Forstwirtschaft. Neueste Forschungsergebnisse, Kunstprojekte im Sinne von Art and Nature, ökologischer Ästhetik und Landart sollen vorgestellt, über unterschiedliche Formen der Landwirtschaft , wie z.B. der Agroforstwirtschaft, Permakultur etc. . berichtet, Informationen und Termine zu interessanten Workshops, Veranstaltungen angeboten werden.
agropark realisiert aber auch konkrete Bewirtschaftungssysteme und entwickelt deren Multifunktionalität. Als erstes Pilotprojekt in der Bundesrepublik wurde in diesem Zusammenhang ein Agro-Forst-System in Groß Zecher angelegt. Kooperationspartner sind hierbei die Landwirtin Hannelore von Witzendorff und das "Freie Institut für interdisziplinäre Studien" (FINIS e.V.), sowie das europäische Forschungskonsortium "SAFE". Auf einer landwirtschaftlichen Fläche von 10 ha wurden, in einem Projekt mit einer 7. Klasse der "Steiner-Schule" Hamburg-Bergedorf im April 2003 unter Leitung von Bernd Schindler und Frank Schumann, ca. 1400 Edelholzbäume nach einem ästhetischen Muster eingepflanzt. Die Wahl des Ortes zwischen Naturschutzgebiet und industriellen landwirtschaftlich genutzten Flächen symbolisiert auch das "Dazwischen", die Interdisziplinarität dieser Pilotanlage. Um eine fundierte wissenschaftliche Forschung und Weiterentwicklung des Systems zu gewährleisten ist die Universität Rostock als Kooperationspartner in agropark eingetreten.
In Groß Zecher am Schaalsee (Kreis Herzogtum Lauenburg) ist seit Anfang 2002 der Aufbau des ersten Agroparks durch das Freie Institut für interdisziplinäre Studien (FINIS e.V.) in vollem Gange. Das Agroforstsystem in Groß Zecher wird im April 2003 auf einer 20 ha großen Fläche des Gutshofes der Landwirtin Hannelore von Witzendorff angelegt werden und das erste seiner Art in Deutschland sein. Der Ort "Groß Zecher" beschreitet damit einen Grenzgang zwischen Wirklichkeit und Vision in einer Landschaft, die in mehrfacher Hinsicht vom Marginalen gekennzeichnet ist. In den vergangenen 50 Jahren lag die kleine Gutsgemeinde an der unmittelbaren Grenzlinie der beiden deutschen Staaten, was bis heute sichtbar geblieben ist und wohl auch in naher Zukunft die Menschen und die Landschaft noch prägen wird. Seit der Gründung des Biosphärenreservats Schaalsee liegt der Ort an der Grenze zwischen dem Naturpark Lauenburgische Seen und dem Biosphärenreservat Schaalsee und damit, wie eh und je zwischen zwei, wenn auch nicht ganz unterschiedlichen, aber dennoch von einander abweichenden Ansprüchen an die Lebens- und die Landschaftsgestaltung. Zahlreiche Flächen des Gutshofes sind unmittelbar von den Interessen des Naturschutzes betroffen und es bietet sich aus diesem Grunde an diesem Ort besonders an, neue Lösungen der Landbewirtschaftung einzuführen, die eine Verbindung von Naturschutzbelangen und den wirtschaftlichen und sozialen Erfordernissen herstellen.
Durch den rücksichtslosen Ver- und Gebrauch moderner Industrienationen der natürlichen Ressourcen ist mittlerweile das ökologische Gleichgewicht der Landschaft sowie der Umwelt erheblich gestört. Als Reaktion entstand die Agenda 21 und verbreitete das Schlagwort der nachhaltigen Entwicklung. Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und bedeutete eine Wirtschaftsweise bei der nur so viele Bäume gerodet wurden, dass der Wald entweder durch Neuanpflanzungen oder natürliche Sukksession erhalten blieb. In Anlehnung an diese Praxis geht es in der Agenda 21 nun darum, Interesse für die Umwelt zu wecken und Formen des Wirtschaftens zu entwickeln die unsere Landschaft schonen. Hierbei kann die Kunst eine wesentliche Rolle spielen. Denn durch ihr vorurteilsoses und innovatives Vorgehen entstehen neue Ideen und Konzepte. In Verknüpfung mit Ökologie können hieraus zukunfstfähige Modelle entwickelt werden.
Die EU Osterweiterung wird in Südosteuropa und Osteuropa zu großen Veränderungen führen. Dies betrifft vor allem auch die Landwirtschaft. Deshalb ist notwendig für Osteuropa und Südosteuropa wirtschaftlich und vor allem ökologisch tragfähige Konzepte zu entwickeln, um eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums vor Ort rechtzeitig beginnen zu können. Deshalb will das Webportal "agropark" diesem Teil Europas besondere Aufmerksamkeit schenken.